Autor Thema: Nutzung von LearningView: 1. Problem Hausaufgaben  (Gelesen 783 mal)

Offline Bernd

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Nutzung von LearningView: 1. Problem Hausaufgaben
« am: Dezember 09, 2019, 11:58:17 Nachmittag »
Das will ich gerne machen. Es werden nur ziemlich viele Erfahrungen, allesamt sehr positiv und zur Nachahmung nur empfohlen. Es ist nur nicht einfach, womit ich beginnen soll.

Ich stelle mir mal vor, ich bin Anfänger und habe eigentlich nicht viel Zeit zur Vorbereitung.

Eines meiner Probleme in der Vergangenheit war die Kontrolle der Hausaufgaben. Ganz ehrlich: Wann hast Du das letzte Mal die Hausaufgaben Deiner Klassen kontrolliert - dass sie gemacht worden sind, oder wie sie gemacht worden sind. Zweite Frage: Wie oft bzw. in welchen Abständen machst Du das?

Ich bin jetzt mal ein Lehrer, der die Klassen nur eine Stunde in der Woche hat. 45 Minuten => Kontrolle der Hausaufgaben ca. 5 - 10 Minuten. Eventuell welche einsammeln, oder alle. A) Was bleibt von der Stunde noch übrig? B) Einsammeln, schleppen, kontrollieren, zensieren?, Noten übertragen, austeilen. So sieht die analoge Welt aus.
 
Ergebnis 1: Du machst es kaum! Ergebnis 2: Der Schüler fragt sich irgendwann: Die Hausaufgaben werden nicht abgefragt = Warum mache ich dann welche? = Der Anteil der Schüler, die keine Hausaufgaben machen liegt bei 40 % oder weniger oder mehr. = Du bist als Lehrer inkonsequent! Stellst Forderungen auf, die nicht kontrolliert werden. = Also mache ich als Schüler auch andere Aufträge einfach nicht = z.B. Vorbereiten auf die Stunde

IST EIN SZENARIO. MUSS NICHT SO SEIN. MUSS AUCH KEIN STANDARD SEIN. Muss jeder für sich entscheiden.

Vision LearningView (LV):
Ich erteile Hausaufgaben. Meine Schüler haben den Auftrag, die Aufgaben zu lösen. Sie haben aber auch den Auftrag, diese bis 24 Uhr am Tag vor dem zu erteilenden Unterricht in LV einzureichen. Beispiel: Ich habe die Klasse am Mittwoch, also wird bis Dienstag 24 Uhr eingereicht.

Zu kompliziert für den Schüler?

Überhaupt nicht, denn er/sie fotografiert die Hausaufgaben einfach ab. Ein Handy hat jeder. Die app gibt es für alle Betriebssysteme.

Wo ist das Problem? Ganz einfach: Sie müssen sich daran gewöhnen. Es ist also ein Prozess. Die Lehrperson kann also nicht gleich bei Nichteinreichungen mit der Note 5 bzw. 6 um sich werfen. Aber fordern!
Ich mache das so: Nicht eingereicht = Note 6! Der Schüler kann aber jederzeit die Hausaufgaben nachreichen (also einreichen). Es kommt dann eine zweite Note dazu, im besten Fall die Note 1. Ergebnis 3,5 (Strafe muss ein, weil ja nicht fristgerecht eingereicht wurde).

Fazit: Leute. Es ist kein großer Aufwand bei LV einen Aufgabenblock anzulegen, der das Einreichen von Fotos vorsieht.
Vorteil1: Mein Zeitaufwand ist zunächst minimal.
Vorteil 2: Alle Schüler sind mehr oder weniger gezwungen, Hausaufgaben zu machen.
Vorteil 3: Ich kann in LV sofort sehen, wer eingereicht hat (Arbeitsstand).
Vorteil 4: Ich muss nicht alle Hausaufgaben kontrollieren, wähle also die "Opfer" aus.
Vorteil 5: Ich schreibe in das Lernjournal des Schülers meinen Kommentar zur Hausaufgabe. Zusätzlich lege ich eine Notiz an, die die erteilte Note dem Schüler sofort anzeigt (1 - 6 sind nun als Symbol vorhanden).
Vorteil 6: = gute Kommunikation ohne mündliche Worte, ich werde also nicht mit Standardfragen "Was habe ich als Note bekommen" bombardiert = Mehr ruhige Pause für mich!

Unabhängig davon: Vorteil 7: Mit der Zeit nimmt der Prozentsatz angefertigter termingerechter Hausaufgaben zu.

Das kann man das ganze Jahr machen! Das kann jede Lehrperson machen. Es ist einfach genial!

Ja, aber bei uns an der Schule werden keine Hausaufgaben erteilt.
OK, dann wendest Du dieses Prinzip eben bei schriftlichen Aufgabenstellungen in der Unterrichtszeit an. Beispiel: Der Mathelehrer lässt zwei Aufgabenblöcke aus dem Lehrbuch lösen. Du musst gar nichts einsammeln. Lass ein Foto von den Heftaufzeichnungen machen und diese in LV einreichen.

P.S.: Ist vielleicht ein primitiver Tipp. Ich bin aber erst nach über zwei Jahren iPad-Klassen auf diese Idee gekommen. Ist peinlich. Ich weiß. ABER: Es funktioniert ausgesprochen gut. Letztlich ist es eine Eigenschaft, die jeder Arbeitgeber von seinen Mitarbeitern erwartet: Erteilte Aufgaben sind fristgerecht zu erfüllen. Auch das Thema "Eigenverantwortung" möchte ich in dem Zusammenhang erwähnen. Ich kenne genug Schüler, die das erst noch selbst erfahren müssen, weil andere ihnen diese Verantwortung abnehmen, Lehrpersonen eingeschlossen.

Was meint das Forum dazu? Meldet Euch an und schreibt mir. Geht es anders besser? Liege ich falsch mit irgendwas? Wer macht das so oder ähnlich auch? Und welche Erfahrungen habt Ihr gesammelt?

Für mein Teil: LV ist absolut perfekt dafür. Und wenn man nur diese eine Sache macht und mehr nicht. Was für eine Erleichterung! Was für Effekte beim Schüler! Es ist win-win!
« Letzte Änderung: Dezember 10, 2019, 12:01:25 Vormittag von Bernd »